Kirchenchor unterwegs durch Geschichte – Kultur – Kunst – Natur

Der Kirchenchor Neuenkirch begab sich dieses Jahr auf eine Reise dorthin, «wo die Spanischbrötlibahn einst dampfte» – nach Baden, einer Stadt voller Geschichte, Kultur und lebendiger Gegenwart. Schon früh am Morgen zeigte sich die 33-köpfige Reisegruppe von ihrer besten Seite: gut gelaunt, erwartungsfroh und begleitet von wärmenden Sonnenstrahlen. 

Bei einer Führung durch die Altstadt öffnete sich ein weiter Blick in die Vergangenheit. Die Sängerinnen und Sänger erfuhren, wie bereits die Kelten die heissen Quellen nutzten und die Römer Baden, damals unter dem Namen «Aqua Helvetica» schätzten. Rund um den Stadtturm wurde die bewegte Geschichte der Bäderstadt lebendig – vom Tagsatzungsort der Alten Eidgenossenschaft bis zum mondänen Kurort unter den Habsburgern. Auch die erste Schweizer Eisenbahnlinie, die «Spanischbrötlibahn», fand ihren Platz in den Erzählungen. 

Nach einem genussvollen Mittagessen in der Gartenwirtschaft des «Schwyzerhüsli» führte der Weg weiter zur Klosterhalbinsel Wettingen. Ein Teil der Gruppe folgte zu Fuss dem lauschigen Limmat-Kulturweg, andere wählten die gemütliche Fahrt im Car. Das Zisterzienserkloster, idyllisch am Limmatknie gelegen, beeindruckte mit seiner frisch renovierten Kirche, dem Kreuzgang und dem weitläufigen Garten. Im stillen Innenhof erklang ein spontanes Chorständchen – ein Moment, der durch seine besondere Akustik und Atmosphäre berührte.

Ein süsser Aufenthalt im historischen Gasthaus «Sternen», dem ältesten Wirtshaus der Schweiz, rundete den Besuch der ehemaligen Klosteranlage ab. Den feierlichen Abschluss bildete eine abendliche Schifffahrt auf dem Hallwilersee, wo die Gruppe die sanfte Landschaft und die letzten Sonnenstrahlen eines prächtigen Tages genoss.

Bereichert durch historische Einblicke, stimmige Eindrücke und ein wohltuendes Miteinander trat der Kirchenchor erfüllt die Heimreise an.

Fotos vom Ausflug sind in der Fotogalerie 2026


Generalversammlung 2025

«Präzise heute, am 22. November, feiern wir den Tag der hl. Cäcilia, Schutzpatronin der Kirchenmusik». Mit diesen Worten eröffnet der Präsident, Beat Wolfisberg, die 135. Generalversammlung des Kirchen-chores Neuenkirch. 

Nach dem fernöstlich angehauchten Nachtessen, zubereitet in der Küche des Wohn – und Pflegezentrums Lippenrüti, eröffnet Beat Wolfisberg mit einem Jahresrückblick den geschäftlichen Teil der Jubiläumsversammlung.

Das vergangene Vereinsjahr war abwechslungsreich und spannend mit Herausforderungen, Höhepunkten und vielen schönen Stunden des Singens. Der Chor absolvierte insgesamt 49 Proben und 14 Aufführungen, darunter wichtige Auftritte zu den festlichen Anlässen des Kirchenjahres Das Weihnachtsingen 2024 stand unter dem Motto «Es nahen die Stunden – die wunderbarste Zeit ist nah». Die instrumental begleiteten Werke,  erfreuten das Publikum sehr. 

Ein besonderer Vereinshöhepunkt war das Jubiläumskonzert am 18. Mai 2025. Der heitere, teils neckische Chorgesang zum Titel «Romantische Chormusik», die wunderbaren Melodien von André Ducommun am Flügel und die charmante und witzige Moderation von Gaby Kindler wurden zu einem Erlebnis für die Aufführenden und das Publikum.

Gesellige Veranstaltungen wie der Chlaushöck, der Vereinsausflug und der Sommeranlass im Geisselermoos bleiben in bester Erinnerung». 

«Ein musikalischer Pfarrer ist das Glück eines jeden Kirchenmusikers»! Mit diesen Worten bedankt sich der Dirigent, Stefan Bucher bei Gregor Illi für die gute und wertschätzende Zusammenarbeit. Der Dirigent hofft, dass in Zukunft wieder mehr Singende diese Leidenschaft für sich entdecken. Aktuell teilen sich 32 Chormitglieder die Freude am gemeinsamen Gesang. Der Ausblick auf das kommende Jahr verspricht weitere musikalische Höhepunkte. Bereits wird mit Elan für das traditionelle Weihnachtssingen unter dem Motto «hear the angels sing…» vom 21.12.2025 geprobt. 

Herzlich gratuliert und gedankt wurde fünf aktiven Vereinsmitgliedern für ihre langjährige Treue als Sängerinnen und Sänger: Foto vorne: Fredy Bucher (55 Jahre), Brigitte Fellmann (40 Jahre) 

Foto hinten: Erna Stirnimann (40 Jahre), Stephan Wigger (15 Jahre) Pia Wolfisberg (30 Jahre)

 

Ausflug 2025  -  Reise in Welt der Mystik und Farben

An einem wunderschönen Septembermorgen versammelten sich 24 Chormitglieder und einige Begleitpersonen am Gärtnerweg. Das Reiseziel war ein Besuch bei der ehemaligen Chorsängerin Gertrud Bracher in ihrer neuen Heimat im Solothurner Jura. Die Carfahrt führte zur Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Selzach. Warme Orgelmusik empfing die Gruppe, die sich in die mystische Farbwelt des Luzerner Künstlers Jörg Niederberger vertiefte. Nach Kaffee und Gipfeli ging es weiter nach Kleinlützel, einer solothurnischen Enklave an der französischen Grenze.

Dort wurde die ehemalige Pfeifenfabrik nach den Ideen von Jörg Niederberger in das Zentrum «RAUM ZEIT STILLE» umgestaltet – mit Gästezimmern, Ateliers und einem wildromantischen Garten. An diesem Ort fand auch Gertrud Bracher eine erfüllende Wirkungsstätte. Sie und Jörg Niederberger verwöhnten die Gruppe mit einem feinen, selbst gekochtem Mittagessen. Im Schatten vor der ehemaligen «Pfyffi» erklärte Niederberger den aufmerksam Zuhörenden seine künstlerischen Konzepte und Botschaften hinter der Malerei von Selzach.

Nach diesen spannenden Ausführungen ging es mit einem Marsch doch noch etwas in die Beine. Der steile Weg führte die Wanderer, einem Kreuzgang folgend, auf ein etwa 150 Meter höher gelegenes Plateau. Nach kurzem Verschnaufen ging es weiter hinunter in eine kühle, schattige Schlucht. Dank der in den Felsen eingelassenen Seile erreichten die Mutigen einen weiteren Höhepunkt dieses Tages: die «Tüüfelschochi». Der erdig feuchte Moosgeruch, die imposante Felsformation, die Stille und Abgeschiedenheit liessen erahnen: Dieser Ort diente in längst vergangenen Zeiten als verbotene Kultstätte. 

Umso wärmer erschien danach der prächtige Spätsommertag auf dem letzten Teil der Wanderung mit Weitsicht ins Lützeltal und das Dorf. Zurück erwartete die Gruppe ein Zvieri. Mit einer geführten Besichtigung der Räumlichkeiten und der Ateliers fand der Besuch einen würdigen Abschluss.

weitere Bilder in der Fotogalerie


Kirchenchor zeigte seine romantische Seite

«Liebe Romantikerinnen und Romantiker», begrüsste Gaby Kindler, welche das Konzert moderierte, die Anwesenden; widmete sich der Kirchenchor Neuenkirch an diesem Konzert doch ganz den Werken der romantischen Epoche. Passend war das Pfarreiheim Neuenkirch auch festlich geschmückt mit grünem Buschwerk auf der Bühne und zahlreichen bunten Blumensträussen auf den Tischen.

 

Unter der Leitung von Stefan Bucher startete der Chor mit drei Liedern von Johannes Brahms. «Brahms galt als Perfektionist. Er sagte einmal: «Es ist nicht schwer zu komponieren. Aber es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen». Zwischen den einzelnen Stücken mit Eckdaten zu den einzelnen Komponisten und Komponistinnen, der einen oder anderen Anekdote oder Zitaten auf und schaffte damit auf charmante Weise, diese schon längst vergangene Zeit und ihre Akteure und Akteurinnen lebendig erscheinen zu lassen. So beispielsweise auch beim Stück, «Zigeunerleben» von Robert Schumann, welcher in bester romantisch-ironischer Manier gesagt haben soll: «Um zu komponieren, braucht man sich nur an eine Melodie zu erinnern, die noch niemandem eingefallen ist.»

 

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Romantische Chormusik
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